Die Sonnenberger
Käuzcher
1863 e.V.
Narrenlexikon U-Z
Auf den folgenden Seiten sind die wichtigsten und gängigsten Begriffe rund um die fünfte Jahreszeit zusammengetragen. Diese Rubrik erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und alleinige Richtigkeit. Für Anregungen, Hinweise, Ergänzungen usw. sind wir deshalb jederzeit dankbar.
Weck, Worscht und Woi
Kann als kulinarische Marschverpflegung der Narren oder traditionelles Fastnachtsmahl
bezeichnet werden und besteht aus Fleischwurst, Brötchen und einer Flasche Wein. Wird
auch als närrischen Gegenstück zum kirchlichen Mahl von Brot und Wein angesehen.
Weiberfastnacht
Der Donnerstag vor dem Rosenmontag wird auch als Weiberfastnacht bezeichnet und ist
ein den Frauen vorbehaltenes Fest. Hier beginnt die Fastnachts-Hochphase. An diesem
Tag übernehmen die Frauen symbolisch die Herrschaft, was sich besonders in dem
Brauch ausdrückt, den Männern die Krawatten abzuschneiden. Für die Herren der
Schöpfung ist es also nicht ratsam, an diesem Tag gerade die beste Krawatte zu tragen.
In manchen Orten finden donnerstags Altweibersitzungen statt. Aber auch Altweiberbälle
oder andere Maskenbälle werden veranstaltet.
Die Wiege der Weiberfastnacht steht in Bonn-Beuel: Vor 180 Jahren trafen sich
Waschfrauen in dem damaligen Dorf zur weiblichen Karnevals-Revolte. Denn das Leben
der Waschfrauen war in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts alles andere als spaßig.
Kinderreiche Familien, Armut und schwere körperliche Arbeit – viele der verheirateten
Frauen, im Rheinland Möhnen genannt, hatten ein hartes Leben. Neben der Erziehung
der Kinder und dem Haushalt erledigten die Beueler Frauen auch die Wäsche der reichen
Leute aus Bonn und Köln. Für den Transport der Wäsche waren die Männer zuständig.
Und die hatten 1823 auf der Fahrt nach Köln den ersten Straßenkarneval miterleben
dürfen, während ihre Frauen daheim arbeiteten. Ein Jahr später wollten die Beueler
Waschfrauen den Karneval nicht mehr nur den Herren der Schöpfung überlassen.
Während die Männer am Donnerstag vor den tollen Tagen mit der Lieferung in Richtung
Köln aufbrachen, legten die Frauen ihre Arbeit nieder und trafen sich zum närrischen
Kaffeeklatsch. Das "Alte Beueler Damenkomitee von 1824" wurde gegründet. Es war die
Geburtsstunde der Weiberfastnacht.
Zugplakette
Fastnacht ohne Zugplaketten ist kaum vorstellbar. Seit vielen Jahren sind sie fester
Bestandteil des närrischen Treibens. Jedes Jahr gibt es ein neues Motiv für die kleinen
farbenfrohen Anstecker, die sich auch als Sammlerobjekte zunehmender Beliebtheit
erfreuen. Ihren Ursprung haben die Zugplaketten in Mainz: Dort sollte nach dem zweiten
Weltkrieg wieder ein Rosenmontagszug organisiert werden. Leider wusste man nicht, wie
man dieses Unternehmen finanzieren sollte. Die Lösung schauten sich die Narren bei den
Katholiken ab. Diese hatten den "Deutschen Katholikentag" von 1948 in Mainz durch den
Verkauf von Ansteckplaketten bestritten. Eine Idee, die bei den Fastnachtern große
Zustimmung fand - die Zugplakette war geboren. So dient der Verkaufserlös auch in
Dieburg der Finanzierung der Umzüge. Erhältlich sind die Plaketten praktisch an allen
Veranstaltungen des Karnevalvereins, auf dem Martinsmarkt und bei einzelnen
Vereinsmitgliedern.
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